In Afghanistan herrscht kein Krieg, verdammt nochmal!

Gastautorin ANGELA MERKEL schreibt für den Giftspritzer

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, anscheinend haben Sie alle keinen blassen Schimmer, was Krieg überhaupt ist. Krieg steht in direkter Verbindung mit der Anzahl toter Soldaten – oder anders ausgedrückt, ab einem bestimmten Limit von erschossenen oder anderweitig ums Leben gekommener Soldaten, kann erst von einer Kriegslage gesprochen werden. 53 getötete deutsche Soldaten während des Afghanistan-Konflikts, sind (auf eine Zeitspanne von 10 Jahren gesehen) mehr oder weniger unbedeutend – das sind im Schnitt schlappe 5,3 Soldaten pro Jahr, die für eine gute Sache ihr Leben beenden mussten. Dies taten sie auf freiwilliger Basis, denn kein einziger Soldat wurde von unserer Regierung dazu gezwungen, in Afghanistan für Ruhe, Frieden und Disziplin zu sorgen…

An dieser Stelle möchte ich daran erinnern, dass zu Zeiten der DDR an der innerdeutschen Grenze mehr Menschen ums Leben kamen. Redete dort irgend jemand von Krieg? Allenfalls von einer stark unterkühlten Länderbeziehung. Jedes Jahr bringen sich in Deutschland nahezu 10.000 Menschen um – wird deswegen von Krieg gesprochen? Seit dem Jahr 2000 sind in Deutschland durch Verkehrsunfälle ungefähr 60.000 Menschen ums Leben gekommen! Wird angesichts dieser Zahl von Krieg auf deutschen Straßen gesprochen? Nein, keineswegs. Pro Jahr fallen in Deutschland cirka 2.500 Menschen einem Gewaltverbrechen (Mord oder Totschlag) zum Opfer – auch in diesem Falle käme niemand auf die Idee zu behaupten, in Deutschland herrsche Krieg.

Angesichts der erwähnten Zahlen kann zweifelsfrei die Aussage getroffen werden, dass Afghanistan für unsere Soldaten wesentlich sicherer ist, als Deutschland. Von Krieg kann keine Rede sein. Bedenken Sie bitte auch, dass Frieden durch Krieg erst möglich wird. Naturvölker, die abgeschieden in Urwäldern leben und niemals einen Krieg durchmachen mussten, können mit dem Begriff ‘Frieden’ nichts anfangen. Wer in seinem Leben niemals Schmerz erlitt, weiß nicht, wie wunderbar es ist, wenn der Schmerz nachlässt. Krieg und Frieden bilden eine voneinander untrennbare Einheit. Schade, dass Herr Tolstoi nicht mehr unter uns weilt.

Der amerikanische Präsident Barack Obama (Friedensnobelpreisträger) erwartet von uns Deutschen noch mehr Unterstützung beim Einsatz in Afghanistan. Insbesondere möchte ich Frauen ermuntern, Dienst mit und an der Waffe in Afghanistan zu verrichten. Frauen sollten hierzulande nicht hinterm Herd verkommen, sondern in Afghanistan. Das gilt auch für Personen, die schon sehr lange soziale Leistungen vom Staat erhalten. Es ist in Deutschland eigentlich unmöglich, mit 360.- Euro pro Monat über die Runden zu kommen. Afghanistan kann für Langzeitarbeitlose eine spannende und äußerst lukrative Option sein, dem Hartz-IV-Strudel zu entfliehen. Vielleicht sogar für immer.

Seien wir doch ehrlich, liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen, wir alle sind nicht unentbehrlich! Die Personen, die Zeit ihres Lebens dachten, sie seien für diese Welt nicht entbehrlich, liegen mittlerweile großteils auf Dorf-, Haupt-, Stadt- und Zentralfriedhöfen. Jeder Mensch auf dieser Welt ist entbehrlich – sogar ich!


Georg Kreisler (R.I.P.): “Schlag sie tot”
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